Schulstoff verpasst oder Kinder- und Elternzeit gewonnen?

Die Schulen sind geschlossen, für Kinder und Eltern ist eine Ausnahmesituation entstanden, welche einiges an Stress auslöst. Die zum Teil überforderte Schule reagiert und setzt das neue Gegen- und Wundermittel ein: Homeschooling! Wie sieht das denn konkret aus? Je nach Lehrperson mal eine oder mehrere SMS, mal eine oder mehrere Emails, plötzliche Telephonanrufe, dann wieder ein Paket im Briefkasten (oder an der Schule von den Kindern abholbar). Inhalte sind wild zusammenkopierte Arbeitsblattsammlungen, abfotografierte Lösungsblätter, Fragebögen und Fragebögen, Videos als riesige Email-Attachments usw. In etlichen Schulen ist ein regelrechter interner Wettbewerb entstanden: Wer hat die meisten, die besten Arbeitsblätter?

Meine Kritik richtet sich nicht an die einzelnen Lehrpersonen. Die meisten von ihnen geben ihr Bestes, sind unglaublich kreativ.

Es geht um grundsätzlichere Fragen, die von den Verantwortlichen in der Politik, in den Aufsichtsorganen bis zu den Schulleitungen beantwortet werden müssten, und zwar so, dass Hysterie und Hektik aus dem überforderten System genommen und mit bedeutend mehr Gelassenheit und Augenmass ersetzt werden könnten.

 

Warum das alles? Warum machen wir in dieser Krise einen Riesen-Druck, damit die Schülerinnen und Schüler bloß keine Zeit verlieren und das gleiche Pensum schaffen, als wären sie normal in der Schule? Was wäre eigentlich so schlimm daran, die Schule und den Schulstoff einfach mal für ein paar Wochen ruhen zu lassen, den Eltern, die arbeiten, so weit wie möglich den Rücken frei zu halten und den Eltern, die reichlich Zeit haben, die Chance zu geben, mal etwas ganz anderes mit ihren Kindern zu machen?

Die meisten von uns Erwachsenen schieben Arbeit, Projekte und Unternehmungen auf, notgedrungen. Warum sollten dies also nicht auch Schüler genauso machen dürfen?

 

Noch etwas: Zudem setzt die Schule offenbar voraus, dass ein Elternteil zu Hause sei und die Rolle des Lehrers übernehme. Was ist eigentlich mit denen, die nicht mal einfach so – aus unterschiedlichen Gründen – diese Aufgabe nicht vollwertig übernehmen können? Was ist mit denjenigen Schülerinnen und Schülern, die mit dem Schulstoff zurückfallen, weil manche Eltern nicht die Zeit haben oder es sich schlichtweg aus wirtschaftlichen Gründen nicht leisten können? Haben die dann einfach "Pech" gehabt? Bei Alleinerziehenden möchte man sich die Situation lieber gar nicht vorstellen.

 

 

Das ist eine unglaubliche Ungerechtigkeit!

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